Zum Inhalt springen

Karrierekiller Elternzeit?

Elternzeit = Karriereknick? Mitnichten!

Aus der Elternzeit in die Führungsposition

Viele berufstätige Eltern haben Sorge, dass eine Auszeit für die Familie eine Karrierebremse sein könnte – sei es durch die Unterbrechung der beruflichen Entwicklung oder den Verlust von karrierefördernden Chancen. Unsere Kollegin Olivia Schneider zeigt, dass es bei der TÜV NORD GROUP anders geht: Während ihrer Elternzeit erhielt sie die Möglichkeit, sich auf eine Führungsposition zu bewerben. In unserem Interview erzählt Olivia, welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat, wie sie Führung heute lebt und warum für sie Elternzeit und beruflicher Erfolg keineswegs im Widerspruch stehen.

 

Olivia, du warst 2022 in Elternzeit. Welche Erfahrungen hast du in Bezug auf deine berufliche Entwicklung gemacht?

Die waren sehr positiv! Gleich zu Beginn meiner Elternzeit, im Juni 2022, erhielt ich einen Anruf von meinem damaligen Abteilungsleiter, der mir mitteilte, dass eine Stelle zur Gruppenleitung ausgeschrieben sei. Obwohl die Stelle sofort besetzt werden sollte, ermutigte er mich, mich zu bewerben. Ich war sehr interessiert und bewarb mich daraufhin. Zwei Wochen später erhielt ich die Zusage für ein Telefoninterview, gefolgt von einem persönlichen Vorstellungsgespräch in Hamburg. Nur kurze Zeit später hatte ich dann die Jobzusage.

Gab es bestimmte Maßnahmen oder Strategien seitens des Unternehmens, die dir geholfen haben, deine Karriereziele auch während der Elternzeit zu erreichen?

Die Personalabteilung war bei der Terminfindung sehr flexibel und berücksichtigte meine familiären Bedürfnisse. Da ich mit meinem Baby in Elternzeit war und aus der Nähe von Berlin komme, orientierten sie sich an meinen Wünschen, was mir ermöglichte, gemeinsam mit meinem Mann und meinem Baby einen Tag vorher nach Hamburg zu reisen. So konnte ich mein Baby vor dem Gespräch noch stillen und mein Mann sich während des Gesprächs um unser Kind kümmern. Ich hatte nie das Gefühl, dass die vorgeschlagenen Termine oder meine Elternzeit negativ auf die Vergabe der Position Einfluss nahmen.

Außerdem hatte ich von Anfang an klar kommuniziert, dass ich die Elternzeit bis April 2023 fortsetzen würde und erst danach die Stelle übernehmen könnte. Das Unternehmen zeigte Verständnis und schlug vor, die Position zunächst für die acht Monate meiner Elternzeit kommissarisch zu besetzen, was mir sehr entgegen kam. 

Hast du Tipps für anderen Führungskräfte, um Eltern nach der Elternzeit noch besser zu unterstützen?

Als Führungskraft biete ich zum Beispiel an, dass bei Geschäftsreisen auch der Partner oder die Partnerin sowie Kinder unter Einhaltung der betrieblichen Regelungen mitreisen können. Das ermöglicht Eltern, mehr Flexibilität zu zeigen und Beruf und Alltag besser miteinander zu verbinden. Die Tatsache, ein Kind zu bekommen, sollte niemals als Nachteil in der Arbeitswelt angesehen werden. Eltern entwickeln durch ihre Rolle potenziell neue Fähigkeiten, wie etwa Geduld und Multitasking, die auch im Berufsalltag von großem Wert sind. Daher sollte Elternschaft als eine bereichernde Erfahrung betrachtet werden, die positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt hat.

Könntest du uns ein Beispiel zur Wichtigkeit einer familienfreundlichen Unternehmenskultur nennen und dein Prinzip des Gebens und Nehmens erläutern?

Bei einem geplanten Messeauftritt an einem Samstag fragte ich eine Mitarbeiterin, von der ich weiß, dass sie Mutter eines Kleinkindes ist, ob sie mich begleiten könne. Dabei bot ich ihr an, dass sie ihren Mann und ihr Kind mit ins Hotel nehmen könnte. Ichsuchte einen Freizeitpark in der Nähe der Messe raus, um dem Mann und dem Kind einen schönen Ausflug vorzuschlagen. In einem familienfreundlichen Unternehmen sehe ich nicht nur die Mitarbeitenden, sondern die Familien im Hintergrund. Es ist ein Geben und Nehmen. Wenn ich die Unterstützung eines Mitarbeitenden an einem Samstag brauche, ist es für mich selbstverständlich, dass ich mir Gedanken um die familiäre Situation mache und nach Lösungen suche. So zeige ich dem Mitarbeitenden Wertschätzung und Respekt. Ich sehe den Mitarbeitenden nicht als reine Arbeitskraft, sondern als Person, zu der ein Privatleben dazugehört, welches im Einklang mit dem Beruf sein muss.

Welche Ratschläge würdest du anderen berufstätigen Müttern oder Vätern geben, die Sorge haben, dass eine Elternzeit ihre Karriere negativ beeinflussen könnte?

Wir arbeiten in der Regel mehr als 40 Jahre lang bis zur Rente. Viele weitaus mehr. Was macht da ein Jahr Elternzeit aus? Deshalb ist mein Ratschlag: einfach selbstbewusst für seine Wünsche und Vorstellungen einzustehen. Wenn Sie Karriere machen möchten, dann machen Sie sie, egal in welcher privaten Situation Sie sind. Wenn man keine Karriere machen möchte, dann ist das genauso wundervoll. Zufriedene Mitarbeitende, sind gute Mitarbeitende.. Und das ist das, was wir in unserem Unternehmen brauchen. 

Das sind wundervolle letzte Worte - wir danken dir herzlich für deine Einblicke. Inzwischen steht bei dir erneut Nachwuchs an: Wir wünschen dir für deinen kommenden Mutterschutz und die darauffolgende Elternzeit alles Gute und freuen uns darauf, dich danach zurück zu begrüßen!

Sie möchten Teil der TÜV NORD GROUP werden?

Mit Sicherheit spannende Herausforderungen

Entdecken Sie Jobs für jedes Einstiegslevel - für den Karrierestart oder neue Wege als Spezialist:in oder Führungskraft.